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Neues Buch über das „Alte Einbeck“

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Mein Buch über den demografischen Wandel ist da: In dem Titel „Altes Einbeck“, erschienen im Tredition-Verlag, beschreibe ich, wie das Altern und Schrumpfen der Bevölkerung eine Kleinstadt verändert. „Altes Einbeck“ beschäftigt sich mit Leerstand , Fachkräftemangel, Altersarmut, Pflege, medizinischer Versorgung, Mobilität, der Zukunft der Schulen und vielen weiteren Themen. Grundlage des Buchs bilden die Interviews, die seit 2018 im Demografie-Blog erschienen sind. Mein Fazit: Die Probleme sind groß – aber auch ein finanzschwaches Mittelzentrum wie Einbeck hat durchaus Optionen, um das Altern und Schrumpfen der Bevölkerung zu gestalten und in begrenztem Maß neue Bürger zu gewinnen.  Mit meinem Buch möchte ich zu der Diskussion beitragen, wie das gelingen kann. Ansätze sind: mehr Wohnen im Fachwerk, offensives Werben um Rückkehrer, noch mehr Tempo beim Ausbau der Kinderbetreuung – um nur drei Beispiele zu nennen. „Altes Einbeck“ ist über den lokalen Buchhandel, beim Tredition-Verlag

Demografie-Blog macht Pause – und erscheint als Buch

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In Einbeck altert und schrumpft die Bevölkerung schneller und stärker als in etlichen anderen Regionen Deutschlands. In vielen Interviews habe ich Politiker, Unternehmer und Bürger gefragt: Wie gehen sie mit den Folgen um? Wie gestalten sie den demografischen Wandel? Nach mehr als 30 Gesprächen und rund 100 Posts ist es Zeit für eine Pause. Ich werde die Zeit nutzen, um die Inhalte zu einem Buch zu verarbeiten, das in den kommenden Monaten erscheinen soll. Wenn es soweit ist, werde ich es hier natürlich mitteilen und hoffe auf Ihr / Euer Interesse. Bis dahin: Alles Gute! Ralf Blasig

Welche Politik braucht eine alternde Stadt?

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Eine Kandidatin und zwei Kandidaten treten am 1. November zur Einbecker Bürgermeisterwahl an: Amtsinhaberin Sabine Michalek (CDU), Dirk Heitmüller (SPD) und Claudius Weisensee (FDP). Gleichgültig wer gewinnt – die Siegerin oder der Sieger wird für eine alternde und voraussichtlich schrumpfende Bevölkerung Politik machen. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei den Themen Leerstand, Neubaugebiete, Familienfreundlichkeit, Verwaltung und Gemeindefusionen gegenüber. Grundlage sind drei Interviews, die in diesem Blog erschienen sind. Das Alte Rathaus in Einbeck - Herzstück einer alternden Stadt. Leerstand: Viele Räumlichkeiten in der Innenstadt sind ungenutzt – etliche Ehrenamtliche engagieren sich bereits gegen den Leerstand. Eine der politischen Fragen lautet: Was soll die Stadt zusätzlich unternehmen? Heitmüller kündigt an, das Leerstandsmanagement zur „Chefsache“ zu machen, Michalek will einen hauptberuflichen Leerstandsmanager bei der Verwaltung oder

„Sanierungsstau liegt nicht am Denkmalschutz“

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Oft ist der Vorwurf zu hören: Der Denkmalschutz erschwert Eigentümern die Sanierung ihrer Fachwerkhäuser und trägt zum schlechten Zustand vieler Gebäude in der Einbecker Innenstadt bei. Im Interview erklären Baudirektor Joachim Mertens und Krimhild Fricke, in der Stadtverwaltung zuständig für Denkmalpflege, ihre Sicht der Dinge. Mertens: „Denkmalschutz und Bauaufsicht sind kompromissbereit – wir haben großes Interesse, dass die Häuser zeitgemäß genutzt werden.“ Fricke: „Es geht sehr oft um Einzelfallentscheidungen. Man muss sich fragen: Was macht das Denkmal zum Denkmal?“ Einbeck ist geprägt von mehr als 2.200 Baudenkmalen - so wie hier in der Marktstraße. Trägt der Denkmalschutz eine Mitschuld am hohen Leerstand in der Einbecker Innenstadt? Mertens: Ganz klar: Nein. Es stimmt, dass im Zentrum viele Flächen ungenutzt sind – aber das hat soziale und wirtschaftliche Gründe. Ein wichtiger Faktor ist beispielsweise die starke Konkurrenz durch den Online-Handel. Auch die Nutzungsgewohnheit

„Ein Leben auf dem Land wird wieder attraktiver“

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Claudius Weisensee ist der dritte Bewerber um das Amt des Einbecker Bürgermeisters. Der 40-jährige Verwaltungsjurist tritt für die FDP an. Im schriftlich geführten Interview erklärt er, wie er mit den Herausforderungen des demografischen Wandels umgehen will. Er plädiert für ein Bürgerbüro im Alten Rathaus, Krippengruppen in umgebauten Geschäften und eine freiwillige Dienstzeitverlängerung älterer Verwaltungsmitarbeiter. Zudem macht er sich für eine Gemeindefusion mit Dassel stark und setzt auf den Zuzug von Familien, Fachkräften und Rückkehrern. Will Chef im Einbecker Rathaus werden: Claudius Weisensee (FDP). Foto: privat   Leerstand und Wohnen: Was würden Sie als Bürgermeister gegen den Leerstand in der Einbecker Innenstadt unternehmen? Als unmittelbar wirkende Maßnahme schlage ich vor, sämtliche öffentliche Dienstleistungen der Stadtverwaltung auch in der Innenstadt anzubieten. Denn durch die Zentrierung sogenannter Nutzungen des Alltags in der Innenstadt, wie zum Beispiel Bürgerbür

Kloss fordert Programm zur Umwandlung leerer Geschäftsräume

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Auf der Tagesordnung der jüngsten Ratssitzung stand der Antrag „Stube statt Shopping“, mit dem Ratsherr Alexander Kloss (parteilos) die Umwandlung von ungenutzten Geschäftsräumen in der Altstadt in barrierearmen Wohnraum fördern will. „Der Fördertopf sollte mit einer Mindestsumme von 50.000 Euro pro Haushaltsjahr ausgestattet werden“, fordert Kloss. Einzelheiten für ein Förderprogramm soll die Verwaltung ausarbeiten. Die Verwaltung soll auch prüfen, ob zusätzliche Fördermittel für das Vorhaben eingeworben werden können. Ungenutzte Geschäftsräume, hier ein Beispiel am Einbecker Hallenplan, sollen verstärkt zu Wohnraum werden - ein entsprechendes Förderprogramm schlägt Ratsherr Alexander Kloss vor.   „Wir alle kaufen immer mehr und immer häufiger im Internet ein. Kleine Läden, sofern sie nicht gerade gefragte Nischen bedienen, werden weiter aussterben. Diese Entwicklung können und werden wir nicht stoppen. Aber die Stadt Einbeck kann Anreize bieten, leerstehende Geschäfte in der Innensta

„Wir brauchen einen großen Konsens, was am allerwichtigsten ist“

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Bürgermeisterin Sabine Michalek bewirbt sich als Kandidatin der CDU um eine zweite Amtszeit. Im Interview spricht sie über den Sanierungsstau in der Einbecker Innenstadt, Bauplätze in den Dörfern, Angebote für Familien und die Arbeit der Stadtverwaltung. Angesichts der Wirtschaftskrise rechnet Michalek damit, dass das Geld noch deutlich knapper wird. Sie sagt: „Wenn die Erholung nicht schnell genug kommt, könnte uns eine Entlassungs- und Pleitewelle drohen. Große Sorgen mache ich mir auch um den Kulturbereich.“ Will Chefin im Einbecker Rathaus bleiben: Sabine Michalek (CDU). Leerstand und Wohnen: Viele Flächen in der Innenstadt sind ungenutzt – aber bisher wollte sich niemand den Schuh des Leerstandsmanagements anziehen. Wer sollte die Aufgabe übernehmen? Da bin ich offen. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Sch(l)aufenster diskutieren wir gerade, welche Aufgaben beim Leerstandsmanagement Priorität haben sollten. Im nächsten Schritt wollen wir Fördermittel beantragen – für einen Leers

„Ich baue lieber 12 Kindertagesstätten als ein Wissensquartier“

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Dirk Heitmüller bewirbt sich für die SPD um das Amt des Bürgermeisters. Im Interview erklärt er, wie er mit den Folgen des demografischen Wandels umgehen will. Er fordert mehr Einsatz von der Einbecker Wohnungsbaugesellschaft, verlangt zusätzliche Krippenplätze und eine dienstleistungsorientierte Verwaltung. Weitere Gemeindefusionen lehnt er ab. Der Kandidat: „Wenn die Stadt weiter wächst, ist das irgendwann nicht mehr handhabbar.“ Heitmüller ist Mitglied des Einbecker Stadtrats und Ortsbürgermeister in Salzderhelden. Will Chef im Einbecker Rathaus werden: Dirk Heitmüller (SPD). Leerstand und Wohnen: Lange wurde über Neubaugebiete in den Dörfern diskutiert. Nun haben Vertreter der Orte die Aufgabe übernommen, sich zunächst einen Überblick über Baulücken und verkaufsfähige Häuser zu verschaffen. Ist der Streit damit aus der Welt? Nein, dadurch hat sich nichts geändert. Wenn jemand heute kommt und in Salzderhelden bauen möchte, dann kann ich kein Grundstück anbieten. Die Plätze, die wir