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Posts mit dem Label "Demografie & Rechtspopulismus" werden angezeigt.

Nazis verdienen keine Stimmen – und Wähler keine Schelte

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Alternd, schrumpfend – politisch weit rechts. Ostthüringen, die Region rund um Gera und Altenburg, ist zum warnenden Beispiel geworden. Strukturschwäche und eine ungünstige demografische Entwicklung beschleunigen dort den gefährlichen Aufstieg rechter Demagogen. Regionale Probleme und Bundestrends verbinden sich in unheilvoller Weise. Demokratinnen und Demokraten müssen darauf schleunigst Antworten finden – sonst bringt die wachsende Zustimmung zur AfD die Demokratie selbst in Gefahr. Eine Analyse der Lage - und ein Vorschlag für ein Investitionsprogramm gegen Rechtsextremismus. Goldene Zeiten für Rechtspopulisten? Deutschlandweit und international haben Rechtspopulisten Konjunktur. Sie leben von Frust und Abstiegsangst. Angst vor Jobverlust. Angst vor unbezahlbaren Preisen. Angst vor Armut im Alter. All diese Sorgen bekommen durch neue Konkurrenten (z.B. aus China), neue Technologien (z.B. KI), Inflation und Rentendebatten reichlich Nahrung. Hinzu kommt Frust, weil die Zeiten beständi...

„Die demokratischen Parteien erklären zu wenig“

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20 Kilometer östlich von Gera liegt die 14.000-Einwohner-Stadt Schmölln. Auch hier ist die AfD stark – bei der letzten Bundestagswahl lag sie mit 32 Prozent der Stimmen deutlich vor SPD und CDU. Auffällig: Schon seit 2015 ist Sven Schrade (SPD) Schmöllner Bürgermeister. 2021 wurde er mit zwei Dritteln der Wählerstimmen wiedergewählt. Im Interview spricht Schrade über Bürgernähe, Kommunikation und die Sorgen der Menschen in seiner Stadt. Er warnt: „Die Leute gehen uns von der Fahne, weil sie nicht mehr verstehen, wie eine Entscheidung zustande kommt oder umgesetzt werden soll.“ Schrade ist auch stellvertretender Vorsitzender der SPD in Thüringen.  Erfolgreich als SPD-Politiker in Ostthüringen: der Schmöller Bürgermeister Sven Schrade. Foto: Schrade Im Osten Thüringens ist die AfD besonders erfolgreich. Wie behaupten Sie sich als Bürgermeister von der SPD? Vielleicht habe ich einfach etwas Glück mit den Zeitfenstern (schmunzelt). In Schmölln wird seit dem Rücktritt des damaligen...

„Wir müssen AfD-Wähler reinholen in den Dialog“

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Das Theater Altenburg Gera bietet Musik, Ballett und Schauspiel – und befindet sich mitten in einer politischen Auseinandersetzung. Ganz in der Nähe versammeln sich montags rechte Demonstranten zum Zug durch die Geraer Innenstadt. Die einstige Bezirksstadt der DDR hat Jahre des Abstiegs hinter sich. Im Stadtrat stellt die AfD knapp 30 Prozent der Mitglieder. Kay Kuntze, Generalintendant des Theaters, wirbt für Gesprächsbereitschaft statt Ausgrenzung gegenüber den Wählerinnen und Wählern der Partei. Er sagt: „Das ist unsere große Aufgabe: den gesellschaftlichen Drift-Bewegungen entgegenzuwirken.“ Kay Kuntze ist seit 2011 Generalintendant des Theaters Altenburg Gera. Er meint: „Ostthüringen gilt als abgehängt und wird teils schlechtgeredet – das führt zu Frustration.“ Foto: Theater / Ronny Ristok Sie bieten Kultur in einer Stadt, die als rechte Hochburg gilt. Wie gehen Sie mit dieser Aufgabe um?  Wir versuchen, ein breites Publikum anzusprechen, möglichst die ganze Stadtgesellschaft....

Gera – mutig im Kampf gegen Rechts?

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Vor dem schmucken Geraer Theater machen sich Demonstranten zum Marsch durch die Dunkelheit bereit. Einige Hundert mögen es sein. Die Forderung nach „Frieden“ tragen sie vor sich her - aber Fahnen und Lieder lassen keinen Zweifel daran, dass es hier in Wahrheit gegen die Demokratie geht. „Montagsdemo. Das habe ich schon öfter erlebt“, sagt ein Mann auf der Terrasse eines nahen Lokals. Jede Woche geht das hier so. Die Rechten nehmen die Innenstadt in Besitz. Und wer nicht los muss, bleibt sicherheitshalber wo er ist. Ist Gera deshalb eine gefallene Stadt? Wie das ARD-Magazin Kontraste vor einigen Wochen fragte? Gegen diese Sichtweise wehren sich viele in Gera vehement. Und führen damit eine doppelte Auseinandersetzung – gegen die Rechtsextremen und gegen empfundene Vorurteile.  Aufruf zur Kundgebung: 250 Menschen kamen kurz vor Ostern in Gera zusammen, um sich gegen die AfD zu wehren – und den schlechten Ruf der Stadt.  250 Menschen versammelten sich etwa kurz vor Ostern auf dem...

„Frust und Strukturschwäche geben Rechtspopulisten Auftrieb“

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Strukturschwäche und demografischer Wandel können den Aufstieg rechter Parteien wie der AfD fördern – das besagt die Studie „Abgehängt im Aufschwung“ über die Entwicklung Ostthüringens seit der Wende. Mitautorin Sarah Hinz ist Arbeitssoziologin und promoviert an der Universität Jena. Im Interview spricht sie über das Umfragehoch der AfD, Abstiegsängste und Lehren für die demokratischen Parteien. Zur Untersuchungsregion Ostthüringen gehören Gera sowie die Landkreise Greiz und Altenburger Land. Am 1. September wird in Thüringen ein neuer Landtag gewählt. Bereits Ende Mai finden Kommunalwahlen statt.  Teils in morbidem Zustand: der Geraer Stadtteil Lusan. „Die meisten Treffpunkte in ehemaligen Arbeitervierteln wurden geschlossen“, sagt Forscherin Sarah Hinz.  In Ostthüringen hat die AfD schon bei den letzten Wahlen weit überdurchschnittliche Erfolge erzielt. Wie erklären Sie sich die besondere Anziehungskraft? Zunächst einmal: Das Problem betrifft nicht nur Ostthüringen - Rechtsp...