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Digitale Chancen, digitale Gefahren

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Digitalisierung kann das Leben von Senioren verbessern – aber ein Selbstläufer ist das nicht, die Risiken sind nicht zu vernachlässigen. So lässt sich der neue Altersbericht des Bundesfamilienministeriums zusammenfassen. In dem Papier beschreiben zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, unter ihnen Gerontologen und Informatiker, wie die Digitalisierung das Leben älterer Menschen verändert. Chancen sehen die Forscher unter anderem durch Mobilitäts-Apps, die die Fortbewegung erleichtern, Kommunikationsmittel zur Pflege sozialer Beziehungen und unterstützenden Anwendungen in der Pflege. Zugleich formulieren sie Empfehlungen, damit ethische Fragen und Zielkonflikte im Interesse der Senioren gelöst werden. „Digitale Technologien können ältere Menschen darin unterstützen, verloren gegangene Selbstständigkeit wiederzuerlangen und so das Kontrollerleben und Autonomie begünstigen“, schreiben die Experten. „Wenn jedoch beim Einsatz digitaler Technologien ausschließlich Schutz und Unterstüt...

Die armen Alten

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Die Zahl der armen Senioren wächst – das ist eine der zentralen Warnungen der Autoren von „Demographie konkret – Altersarmut in Deutschland“. Sie zeigen, dass sich die Entwicklung der Altersarmut zwar nicht in einer einzigen zentralen Zahl ausdrücken lässt – wichtige Indikatoren deuten jedoch in dieselbe Richtung.  „Die Grundsicherungsquote und auch die Armutsgefährdungsquote der ab 65-Jährigen haben in allen Bundesländern und Stadtstaaten im Beobachtungszeitraum 2006 bis 2013 zugenommen“, schreiben die Experten der Bertelsmann-Stiftung. Das Risiko, im Alter arm zu sein, ist nach ihrer Analyse höchst ungleich verteilt: Es ist beispielsweise für Frauen höher als für Männer, für Arbeiter höher als für Beamte, für Singles höher als für größere Haushalte. Zu den häufigsten Ursachen von Altersarmut gehören schlechte Bezahlung, Teilzeitarbeit und Minijobs sowie unterbrochene Erwerbsbiografien. „Wenn es zutrifft, dass in Deutschland Armut im Alter zurückkehrt und zu einem Massenp...

Menschen geben Macht

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Schulschließungen, Leerstand, Fachkräftemangel – über die Folgen der alternden Gesellschaft für Städte und Gemeinden wird häufig diskutiert. In seinem Buch „Die Macht der Demografie“ betrachtet Autor Paul Morland die Bevölkerungsentwicklung nicht in lokaler, sondern in globaler, historischer Perspektive – als einen zentralen Faktor für den Aufstieg und Abstieg mächtiger Staaten. „Die erste und offenkundigste Art und Weise, in der Bevölkerungszahlen die Menschheitsgeschichte beeinflusst und geprägt haben, liegt im Aspekt der militärischen Macht“, schreibt der Londoner Forscher. „Im Altertum zählte die Befehlsgewalt über möglichst viele Soldaten mehr als alles andere, wenn es zum militärischen Konflikt kam.“ Triumphe kleiner Länder über große Gegner seien gerade deshalb so gut in Erinnerung, weil sie selten sind – die Ausnahme von der Regel. Auch in der Neuzeit spielen Bevölkerungszahlen aus Morlands Sicht zwar nicht die alles entscheidende, aber eine wichtige Rolle. Sie beeinflu...

Digitale Strategien gegen die Landflucht

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Das Altern und Schrumpfen der Bevölkerung schafft viele Probleme – und trifft die ländlichen Gegenden oft besonders hart. In ihrem Buch „Das neue digitale Landleben“ schildert Anke Knopp, wie Dörfer und kleine Städte die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen und viele Schwierigkeiten des demografischen Wandels zumindest mildern können. Grundlage, betont die Autorin, ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur in Form von Glasfasernetz und künftig 5G. Noch sei das vielerorts nicht gegeben: „Der Traum vom Landleben zerschellt an fehlenden Möglichkeiten. Was fehlt, ist die Anbindung ans schnelle Netz.“ Mit einer guten Internetanbindung dagegen könnten gerade auf dem Land in vielen Bereichen clevere Lösungen erprobt werden: Co-Working-Spaces für die gemeinsame Arbeit außerhalb der Metropolen, Apps für eine bessere Mobilität oder digitale Steuerungsmöglichkeiten für mehr Effizienz in der Nahrungsmittelproduktion. Beispiel Landwirtschaft: „Es wird nicht mehr darum gehen, ob je...

Die einen schrumpfen, die anderen wachsen

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Deutschland ist ein Land der demografischen Gegensätze – das machen die Autoren des Buchs „Stadt – Land – Umland“, herausgegeben von der Bertelsmann-Stiftung, deutlich. Schrumpfenden Gemeinden, etwa in Südniedersachsen, in Ostdeutschland oder in Nordhessen, stehen Städte mit Bevölkerungsgewinnen gegenüber. Oft sind diese Gewinner Ballungsräume wie Hamburg, Berlin oder München.  Für den Kontinent zeichnen die Autoren ein ähnliches Bild. „Während es in Europa insgesamt immer noch ein anhaltendes Bevölkerungswachstum gibt, sinkt die Bevölkerung in einigen Regionen und Städten der EU zum Teil seit Jahrzehnten massiv“, schreiben Thorsten Wiechmann und Anne Volkmann. Neben Osteuropa treffe der Einwohnerrückgang beispielsweise Teile Spaniens, Großbritanniens oder Irlands. Mit vergleichendem Blick macht „Stadt – Land – Umland“ klar:  Einbeck altert und schrumpft nicht allein. Erschienen 2013, können die Daten des Buchs zwar nicht auf dem aktuellsten Stand sein – die Schlüsselau...

Die Demografie und der Mittelstand

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In dem Buch „Der demografische Wandel in mittelständischen Unternehmen“ erklärt Autorin Regine Peters, wie sich kleinere Betriebe mit weniger als 250 Mitarbeitern auf das Altern und Schrumpfen der Erwerbsbevölkerung einstellen können.  „Mittelständische Unternehmen benötigen zur Bewältigung der Herausforderungen des demografischen Wandels eigene Personalmanagement-Konzepte, die nicht von Großunternehmen übernommen werden, sondern speziell für sie entwickelt werden“, schreibt Peters. Die Autorin weist darauf hin, dass der stärkste Rückgang des Arbeitskräftepotenzials 2020 beginnt – also unmittelbar bevorsteht. Gleichzeitig hätten Mittelständler schlechte Chancen, Mitarbeiter außerhalb ihrer Region zu gewinnen. Peters beschreibt, wie das Personalmanagement darauf strategisch und operativ reagieren kann. Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement werde immer wichtiger: „Die Unternehmen müssen die Voraussetzungen schaffen, dass die Arbeitnehmer mit der Erhöhung der Lebensarbeits...

Lernen, lernen, lernen

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Viele Unternehmen klagen schon heute über einen Mangel an Fachkräften – doch das Altern und Schrumpfen der erwerbsfähigen Bevölkerung wird sich noch drastisch verschärfen. In ihrem Praktikerhandbuch „Beschäftigungsfähigkeit und demografischer Wandel“ erklärt Ulrike Englmann, wie Arbeitgeber damit umgehen und zugleich den Interessen ihrer Mitarbeiter gerecht werden können. Zentrale These: Kaum ein Unternehmen kann seinen Beschäftigten noch dauerhaft einen sicheren Arbeitsplatz garantieren. Deshalb müssen Chef und Mitarbeiter gemeinsam dafür sorgen, dass die Arbeitnehmer bis zum Ruhestand fit und gut qualifiziert bleiben – notfalls für einen Job in einer anderen Firma. „Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Entwicklung von Stärken und Ausbildung von Kernkompetenzen, die auch auf dem externen Arbeitsmarkt verwertbar sind“, rät Englmann. Und wenn die gut qualifizierten Mitarbeiter dann einfach gehen? Englmann beschönigt nicht: Das Risiko einer Abwanderung s...

„Bitte gut anschnallen, der Aufprall kommt“

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Lesetipp für kalte Wintertage: In dem Buch „Die demografische Zeitbombe“ erklären sieben Autoren die wirtschafts- und sozialpolitischen Konsequenzen der alternden und schrumpfenden Bevölkerung. Sie zeigen auf, warum der demografische Wandel Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit bedroht, was in puncto Altersvorsorge zu tun ist und was die Politik für mehr Geburten tun könnte. Tenor der Forscher: Die Folgen der demografischen Entwicklung werden noch immer unterschätzt – abwarten ist keine Lösung. „Bitte gut anschnallen, der Aufprall kommt“, warnt Herausgeber Walter Krämer. Christoph M. Schmidt erinnert daran, dass sich das Verhältnis von erwerbsfähiger zu nicht erwerbsfähiger Bevölkerung (Jugendliche und Alte) dramatisch verschieben wird – womit die Versorgungslast der mittleren Generation steigt. „Der wachsende Verteilungskonflikt zwischen Jung und Alt wird nicht allein mit mehr Wirtschaftsleistung bewältigt werden können, sondern erfordert die Rückkehr zu vorausschauenden Ref...