„Alles steht und fällt mit dem Personal“
Einbecks Schuljahrgänge werden kleiner – umso wichtiger ist der Lernerfolg jedes Einzelnen. An der Geschwister-Scholl-Schule in der Südstadt lernen derzeit 215 Mädchen und Jungen – unter ihnen in jeder Jahrgangsstufe Kinder mit unterschiedlichen Förderbedarfen und rund 40 Prozent Schülerinnen und Schüler mit ausländischem Pass. Rektorin Anja Sehlen sieht die Vielfalt als große Chance, andere Kulturen und einen gemeinsamen Alltag kennenzulernen. Sie sieht aber auch Verbesserungsbedarf. „Alles steht und fällt mit dem Personal, das wir in allen Grundschulen zu wenig haben“, sagt sie.
![]() |
Wünscht sich Verstärkung durch Klassenassistenzen: Rektorin Anja Sehlen von der Geschwister-Scholl-Schule. |
Beispiel Schulsozialarbeit: „Wir haben eine ganz tolle Kollegin – aber leider nur mit einer halben Stelle an unserer Schule. Eine ganze Stelle wäre deutlich angemessener“, meint die Rektorin. Schulsozialarbeiter unterstützen Schülerinnen und Schüler bei individuellen schulischen und familiären Problemen und stehen den Eltern beratend zur Seite.
Beispiel Klassenunterricht: Um allen Schülern gerecht zu werden, bräuchte es aus Sicht von Anja Sehlen standardmäßig eine zweite Person zusätzlich zu Lehrerin oder Lehrer. „Das Land testet derzeit an Projektschulen den Einsatz von Klassenassistenzen. Diese sollten flächendeckend eingeführt werden, um die vielseitigen Herausforderungen einer Lehrkraft während des Unterrichtes gut unterstützen zu können und die Kinder beim Lernen besser zu fördern. Leider gibt es das bislang bei uns noch nicht.“
Fördergeld noch nicht verfügbar
Das nötige Geld für Verbesserungen könnte aus dem sogenannten Startchancen-Programm kommen, mit dem Bund und Länder binnen zehn Jahren insgesamt 20 Milliarden Euro bereitstellen. Gedacht sind die Mittel für Schulen mit besonders vielen benachteiligten Schülern. In Einbeck sollen die Geschwister-Scholl-Schule und die Pestalozzischule davon profizieren. „Grundsätzlich ist das eine richtig gute Idee“, lobt Sehlen. Nähere Einzelheiten kenne sie jedoch noch nicht, obwohl das Programm offiziell bereits zum 1. August gestartet ist. Auch die Fördersumme sei noch unbekannt.
Bekannt ist dagegen, dass die Geschwister-Scholl-Schule in diesem Jahr 60 Jahre alt wird. Im Oktober soll es deshalb eine offizielle Feier geben und – passend zu den Namensgebern – eine Projektwoche zur Demokratie. Aus Sehlens Sicht passt das Thema bestens zum Leitbild „Wir lernen ALLE gemeinsam“. Die Rektorin: „Wir verstehen uns als großes Team. Die Geschwister-Scholl-Schule lebt Vielfalt und gestaltet gemeinschaftlich ein tolles und vielfältiges Schulleben.“