Assistenzportal soll Angehörige entlasten: Echtbetrieb ab 2026 geplant

Der Pflegebedarf wächst im Landkreis Northeim – das zeigt der Pflegereport 2024, mit dem sich der Kreistag am Freitag, 25. Oktober, beschäftigt. Eine erste Konsequenz: Der Verein Pro Inklusion e.V. will mit seinem geplanten Assistenzportal für Pflegebedürftige und Angehörige ab 2026 in den Echtbetrieb gehen. Der Landkreis soll dabei einen Teil der Finanzierung übernehmen, wie aus einem Schreiben an Landrätin Astrid Klinkert-Kittel hervorgeht. „Damit pflegebedürftige und behinderte Menschen sowie ihre Angehörigen ein selbstbestimmtes Leben in Würde führen können, wird neben professioneller Pflege und Hilfe vor allem die regelmäßige, flexible und unbürokratische Unterstützung und Entlastung im Alltag durch viele helfende Hände benötigt“, schreibt Peter Traupe, Vorsitzender von Pro Inklusion.

Unterstützung für pflegende Angehörige soll im Landkreis Northeim ein Portal zu Vermittlung von Helferinnen und Helfern bringen. Foto: Rainer Sturm / Pixelio

Die Idee des digitalen Assistenzportals: Helferinnen und Helfer bieten beispielsweise Unterstützung beim Einkaufen, bei Arztterminen oder Veranstaltungsbesuchen an. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen lernen so die passenden „Assistenten“ kennen, die zu ihren Wünschen und Bedürfnissen passen. So finden Menschen zusammen, die ohne die Anlaufstelle im Internet vielleicht nie voneinander erfahren hätten.

Aktuell baut Pro Inklusion das Assistenzportal bereits auf – finanziert vom Bundesforschungsministerium. Für den Echtbetrieb ab 2026 wirbt der Verein um eine jährliche Beteiligung des Landkreises von 55.000 Euro – insgesamt 275.000 Euro bis 2031. Weitere Finanzhilfe von 400.000 Euro erhofft sich Pro Inklusion von der Aktion Mensch.

Traupe weist darauf hin, dass laut Pflegereport mehr als drei Viertel der pflegebedürftigen Menschen im Landkreis Northeim in der eigenen Wohnung leben. „Mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen organisieren ihre Unterstützung ausschließlich privat ohne Pflegedienste.“ Gerade deshalb brauche es Angebote zur Entlastung.

Der Kreistag befasst sich in seiner Sitzung am Freitag,  25. Oktober, um 15 Uhr mit dem Pflegebericht und den politischen Konsequenzen. Bürgerinnen und Bürger können die Debatte im Kreishaus, Medenheimer Straße 6/8, in Northeim oder digital verfolgen. Weitere Infos gibt es hier

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